Niedrigkostensysteme / Armut
Low-Cost-Systems / Poverty

eine Studienauswertung von 1990-2003
Summery 1990-2003

 

„Was messbar ist, ist zu messen
Was nicht messbar ist,
ist messbar zu machen.“

Galileo Galilei

 

„Wissen und Erfahrung beruhen nicht alleine auf messbaren Größen.“

Volksweisheit

 

Einleitung

Niedrigkosten, Not und Armut, heute einer der spannendsten Entwicklungsbereiche die es überhaupt gibt. Dazu ein reiches Betätigungsfeld, da diese Bereiche bislang nicht erkannt, geschätzt und verwertet werden. Teilweise gar nicht erkannt werden wollen. Hier kann Wissenschaft noch zu voller Größe erblühen, mit allem Nutzen im Gefolge zusammenführender Erkenntnisse.-
  Die nachfolgende Studienzusammenfassung setzt sich aus vier Teilen zusammen. Einerseits aus den unmittelbaren Ergebnissen unserer Niedrigkostenversuche und Sichtungen beispielhafter Entwicklungen, andererseits aus der Auswertung von Not und Armutsbeobachtungen, dem Verbindungsglied Nationalstaat, sowie Überlegungen allfälliger Zusammenhänge und Wechselwirkungen. Die Abgrenzung zwischen den einzelnen Themenbereichen ist naturgemäß nicht immer klar zu ziehen, was ein ineinander Übergreifen notwendig macht.
  Anmerkung: Die vorliegende Befassung ua. mit Not und Armut bezieht sich auf die selbst- bzw. mitverursachten Zustände in der westlich orientierten Wertegesellschaft und behandelt gerade am Rande die „natürlichen“ Not- und Armutserscheinungen. Für diese haben wir - über jeden Zweifel erhaben - ohnehin tätige Mitverantwortung zu tragen.-
  Diese Studienzusammenfassung ist als offener Diskurs angelegt, sodass aktuelle Änderungen und Zusätze jederzeit eingefügt werden können.

 Der Verfasser, Dezember 2004

 

„Wir alle – Kinder, Frauen, Männer, Alte, Kranke, Verrückte – sind, mehr oder weniger Lehrer. Die Besten zeichnen sich dadurch aus, dass sie Verantwortung nachahmenswert erscheinen lassen!“

Von Herzen gewidmet unserem langjährigen Freund, Werkmeister DI. DDr. Oskar A. Wagner; Georg R. Treipl.

 

Voraussetzungen und Grundlagenklärung

Eine Niedrigkostenstudie verlangt in hohem Ausmaß nach einer Integration des Beobachters zur Objektivierung des zu gewinnenden Datenmaterials. Die Studie nahm daher ihren Ausgang in einem Kleinunternehmen und der zugehörigen privaten Seite, der Familie. Dabei ist einerseits von persönlichen Produktentwicklungen, Verfahrensweisen und andererseits praktikablen Lebensphilosophien auszugehen. In weiterer Folge werden ausgesuchte Niedrigkostenentwicklungen für Schwellenländer präsentiert, neben einem Niedrigkostenprodukt eines Weltkonzerns, welches zuletzt durch Fremdintervention verhindert wurde. Oder ein Beispiel für billige Ökoarchitektur, ein Beispiel mit Hintergrundinformation über die gezielte Verhinderungsaktion der lieben Konkurrenz zu einer zukunftsweisenden Haushaltsmaschine und andere Niedrigkostensystem-Möglichkeiten mehr. Selbstverständlich gibt es gerade zu der Thematik der Niedrigkostenprodukte und Verfahrensweisen Bände füllende Informationen, doch war das nicht alleinige Aufgabenstellung dieser Studie, sondern der Kontext zu Not & Armut, sowie allfällige Gründe der Nichtanwendung dieser überaus effektiven Ressourcen. Und das alles in Relation zu einer naturnahen + menschlichen Ökonomie.
  Als alles verbindender Duktus wurde das ökonomische Prinzip herangezogen, welches besagt „mit möglichst geringem Aufwand eine(n) größtmögliche(n) Wirkung/Gewinn zu erzielen“. Wobei uns nicht die rechte Seite der ökonomischen Gleichung Anliegen war (der Gewinn!), als vielmehr der „möglichst geringe Aufwand“ da dieser „Reservenbildung“ Vorschub zu leisten versprach, was einer Aufwandseinsparung entspricht. Hier gilt es bereits zu unterscheiden zwischen der rechten Seite der ökonomischen Gleichung dem Gewinn, also Überschuss und der linken Seite der ökonomischen Gleichung der Reservenbildung, oder Nichtaufwand: dem latenten Gewinn. Die Begriffe „aktiv“ und „passiv“ scheiden als beschreibende Unterscheidungsmerkmale deshalb aus, als Überschuss, wie Einsparung gleichermaßen Kennzeichen höchster Produktivität tragen. Überschüsse werden hier als Ergebnis materieller Aktivität, Einsparungen als Ergebnis gedanklicher Überlegungsarbeit eingestuft.
In weiterer Folge werden flankierende Fragestellungen behandelt, wie etwa „Was und wie viel braucht der Mensch zum täglichen Leben?“ und „Welche Erträge muss eine selbständige Tätigkeit abwerfen um einerseits den unternehmerischen Anforderungen noch gerecht zu werden und andererseits den privaten Bedarf abzudecken?“ Unter täglichem Bedarf und persönlichen Bedürfnissen ist die Verständnispalette breit, versteht doch jeder vermutlich etwas anderes. Bei unternehmerischen Anforderungen sind vor allem die Fixkosten zu verstehen die sich aus sämtlichen Kostenverursachern innerbetrieblich, zuzüglich außerbetrieblichen, wie Abgaben, Umlagen uä. ergeben.
  Wie kommt man zu so einem Untersuchungsthema? Aus früheren privat gemachten Erfahrungen war uns der Minderaufwand als Kostensenker schon hinlänglich bekannt und vertraut. Ein Lebensstandard wie er stereotyp vorgegeben wurde und wird hat uns eigentlich auch nie recht interessiert. Die Abfall- und Umweltproblematik unserer Wertegesellschaft war uns aus dieser Zeit auch wohlbekannt. Das einzige was neu hinzukam war die unternehmerische Komponente. Das gab schlussendlich den auslösenden Reiz zu dieser Untersuchung.-
  Wenn in intakter Natur gilt „des einen Abfall bildet die Nahrungsgrundlage des anderen“, so trifft das insbesondere für Konsumgesellschaften nicht zu, da nur ein geringer Teil des Konsumgegenstandes tatsächlich verwertet wird und ein erheblicher Anteil ungenutzt in den Müll wandert. Die Kreislaufwirtschaft gibt es in der Konsumwelt vergleichsweise zur freien Natur nur in „Nanospuren“ .
  Das führte zu gezielten Versuchsanordnungen mit dem Abfallprodukt Molke. Das deshalb, als Molke ein Abfallprodukt in großen Mengen aus der Milchwirtschaft anfällt, mit hohem technischen Aufwand getrocknet und weiterverarbeitet wird und enorme Kosten verursacht, die über Subventionen vom Steuerzahler aufgebracht werden müssen, also alles andere als ökonomisch und ökologisch zu bezeichnen ist. Des weiteren fand die großtechnische Kompostbereitung unser Interesse, wobei es uns um die Untersuchung günstigerer Kompostherstellungsmöglichkeiten mit einer unspezifischen Gerätschaft im Gegensatz zu am Markt befindlichen Spezialmaschinen ging. Beobachtet wurden bei beiden Versuchsanordnungen aber sodann auch einige bemerkenswerte Folgeerscheinungen.

 

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