Arche Noah und Slow-Food-Österreich:
Seriöse Vereinigungen?

Eine kritische Hinterfragung

 

„Few men think; jet all will have opinions“
(„Nur wenige Menschen denken,
aber alle wollen eine eigene Meinung haben“)

…wie schon Berkeley ein Zeitgenosse
Schopenhauers lakonisch meinte

 

Arche Noah, eine Vereinigung zur Erhaltung alter Sorten und Arten – vor allem am Nutzpflanzensektor - , kam in den letzten Jahren zunehmend negativ ins Gerede, insoweit…

Faktum ist: Die moderne Meteorologie kann zwar heute keine verbindliche Wettervorhersage für die nächsten 3 Tage machen, sehr wohl werden aber erstaunlich präzise Aussagen zu Klimaveränderungen in 10, 20, oder 50 Jahren abgegeben. Das ist unseriös. Unbestrittenes Faktum ist es aber auch, dass jedes Mitglied der Arche selbst unmittelbar Beobachtungen machen könnte, die innerhalb der Vereinigung gesammelt und verwertet werden könnten. Ein standardisiertes Beobachtungsblatt über Starkregen, Hagel, Temperaturextreme, Brunnenpegel-Stände, Muren oder Überschwemmungen könnten hier rasch ein klares und objektives Bild schaffen, das dazu führt, konkrete Maßnahmen maßgeschneidert zu erarbeiten und somit ein erweitertes – erfolgreiches - Wirkungsspektrum zu ermöglichen. Dabei geht es nicht um tägliche Eintragungen, sondern nur um eine Registratur im Anlassfall, also recht geringem persönlichen Aufwand. Warum weigert sich die Geschäftsleitung so beharrlich?

Fazit Arche Noah: Die Arche Noah, ein ursprünglicher Brennpunkt vieler kleinerer Sammleraktivitäen, verselbständigt sich gerade mal zu einem „fliegenden Holländer“ vereinsfremder Ideologien, ohne Auftrag der Basis …..

 

Slow Food-Österreich

Eigendarstellung im O-Ton der Homepage von Slow-Food Österreich:
„Slow Food ist eine Bewegung von und für Menschen, die das Geruhsame, Sinnliche und Bodenständige bewahren wollen. Und das im Zeitalter des „Fast Life“ hektischen Treiben der modernen Zeit werden eine Philosophie des Genusses und ein langsamer, bewusster Lebensstil entgegengesetzt. Da jeder Mensch Anspruch darauf hat, nennt sich Slow Food auch „Internationale Bewegung zur Wahrung des Rechts auf Genuss.“ Slow Food ist in über 140 Ländern mit fast 100.000 Mitgliedern vertreten. Carlo Petrini gründete 1986 in Bra, Piemont, gemeinsam mit einer Handvoll Gleichgesinnter den Verein Slow Food. Keiner der Beteiligten dachte damals, dass sich aus ihrer Aktion gegen geschmackliche Verflachung durch industrielle Einheitsgerichte eine internationale Bewegung entwickeln würde. Petrini meint die Lebensmittel sollen gut, sauber und fair produziert sein und Slow Food richtet sich nicht primär gegen Fastfood, sondern allgemein gegen das Fast Life, den universellen Tempowahnsinn.“ Zitatende.


Die Kombination Arche-Noah versus Slow-Food-Bewegung hat eine ganze Menge von Arche-Noah Sympathisanten ziemlich verschreckt, wo doch einfache und gesunde Kost nicht alleine einer Gourmet-Runde überlassen werden sollte. Der Erhalt von Vielfalt ist auch und gerade in Hinblick auf Schwellenländer zu verstehen, die heute nahezu durchwegs bereits am Gen-Saatgut-Tropf weniger weltweit operierender Saatgutkonzerne hängen. Teure Bescheidenheit zu demonstrieren, ein Oxymoron, stellt einen nicht notwendigen Umweg dar, ein Bewusstsein zu etablieren, das so nicht gefragt ist. Zwar werden heute die Auswirkungen der Weltfinanzkrise ungebrochen mit den Ursachen bekämpft, indem immense Schuldenberge durch die Aufnahme neuer Schulden getilgt werden sollen, also Löcher mit noch größeren Löchern gestopft, doch stellen Niedrigkostensysteme – dazu zählt gesunde Nahrung und bewusste Aufnahme derselben – keinen Anlassfall dar den Hausverstand und soziale Kompetenz vorsätzlich abzuschalten. Selbst elitäre 100.000 Mitglieder dieser ehrenwerten Bewegung, besagen nur, dass 99,99 Prozent der Weltbevölkerung davon unberührt bleibt (sie könnte es sich im übrigen auch gar nicht leisten).

Fazit: Die Slow-Food-Bewegung, wie sie sich selbst bezeichnet, kann als lose Vereinigung von romantisierenden Hedonisten mit etwas ausgeprägterem Sinn für Realitätsverweigerung betrachtet werden. Diese Vereinigung bietet reines Gewissen gegen Überweisung von Mitgliedsbeiträgen – ähnlich dem Generalsündenablass im Mittelalter – zur Erhaltung alter Saaten, Landtierrassen, kleiner Zulieferanten, sowie der Erhaltung bodenständiger Essensgewohnheiten. Aufgrund der strategischen Organisation erscheint diese Vereinigung aber gerade mal als einfach gestrickte Elitefeinschmecker-Lokalität die durchaus im allgemeinen Trend liegt. Aus Sicht der globalen Restbevölkerung verhält sich diese Ansammlung von Stressvertretern asozial und zynisch.

PS.: …das hier angebotene Sammelsurium an lokalen Spezialitäten, roh oder verarbeitet, berücksichtigt nicht, eine naturnähere Produktionsweise, die selbst diese aktuellen Preise nochmals locker um 30-40 Prozent absenken könnte, also im Allgemeinsinn wäre. Diese plakative Oberflächlichkeit ist ekelhaft und decouvrierend…

Quellenverweise siehe Originalmanuskript!

 

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