Die Biologie der Wirtschaft

Zusammenfassung eines 2-tägigen Seminars für Führungskräfte

 

 

„Wir tun oft vorsätzlich das Falsche um aus den notwendig werdenden
Reparaturen unsere Gewinne so oft wie möglich lukrieren zu können.“

Hans Pestalozzi, Schweizer Publizist, 1987

 

„Wir sind Weltmeister geworden im Erfinden, was alles nicht geht.“

Dr. Helmut Volkmann, Direktor d. Zentralabt. Forschung +
Entwicklung Siemens, Zukunftsforscher, 1996

 

"Man muss nüchterne, geduldige Menschen schaffen, die nicht verzweifeln
angesichts der schlimmsten Schrecken und sich nicht an jeder Dummheit
begeistern. Pessimismus des Verstandes, Optimismus des Willens"

Antonio Gramsci, Gefängnishefte, H. 28, § 11, 2232

 

Vorwort – Zielgruppe

Die Biologie der Wirtschaft zählt einerseits zu den ganz jungen wissenschaftlichen Befassungen der letzten Jahre, wie gleichermaßen zu den erdgeschichtlich ältesten der menschlichen Existenz. Sie besticht in ihrer Anwendung durch untrügliche und eindeutige, dazu wiederholbare Ergebnisse, heute bekannt unter den Begriff „evidenzbasiert“, was früher vereinfacht „durch-Erfahrung-als-richtig erkannt“ bezeichnet wurde.
  Sie steht damit diametral zu heutig weitverbreiteten „pseudowissenschaftlichen“ Auffassungen wonach derjenige Recht – im Sinne maßgeschneiderter wissenschaftlicher Erkenntnis - bekommt, der Studien bezahlter Weise in Auftrag gibt. Die Ideologisierung heutiger Erkenntnisgewinnung grenzt oftmals bereits wieder nahtlos an die mittelalterlichen Glaubenskriege und dem kirchlichen Ablasshandel. Was Wunder, wo doch heutiges Faktenwissen jegliches Erfahrungs- aber auch ganz besonders Herzenswissen ungeprüft oder auch vorsätzlich zu verdrängen im Begriffe steht.
  Aufgrund dieser zuvor schon angedeuteten Mindererkenntnis wird es notwendig sein im Vorfeld der Biologie der Wirtschaft bestimmte Zusatzthemen aufzubereiten, ohne deren praktischer Vorkenntnis das Kernthema nur erschwert erkenn- und nachvollziehbar gemacht werden kann.
  Die Zielgruppe dieser Theorie sind eindeutig unabhängige Experten nahezu aller universitären Einrichtungen, dazu aber im exakt selben Ausmaß Praktiker mit hohem Erfahrungswissen in ihren nichtakademischen – alltäglichen – Bereichen. Die Auswirkungen der Biologie der Wirtschaft betreffen indessen alle Menschen in ihrem Handeln, - die gesamte Umwelt in der sie leben ohnehin.
  Welche bevorzugten Fähigkeiten oder Absichten sind für die Befassung dieser Thematik vorteilhaft? Nun, grundsätzlich einmal das ehrliche Bemühen der Verbesserung im persönlichen Bereich, dazu Bemühungen im Bereich des direkten und indirekten Umfeldes, wobei absolut vorrangig die Kommunikation besonders hervorzuheben wäre. An Fähigkeiten mitzubringen sind neben buchstäblich grenzenloser Neugier, jedenfalls vernetztes Denken. Sodann vielleicht die Fähigkeit zwei, drei oder mehr Gedankenstränge gleichzeitig bearbeiten zu können: Entwicklungen lassen sich solcherart erheblich rascher bewältigen, Lösungen rascher überprüfen. Nicht zuletzt ist es vorteilhaft wenn hier Menschen beteiligt sind die die bewusste Fähigkeit besitzen auf die ungeheuren Erfahrungsschätze ihrer früheren Existenzen zurückgreifen zu können.-
  Damit können wir diesen Punkt abhaken und wenden uns in weiterer Folge der ersten Frage zu:

 

Was ist die Biologie der Wirtschaft?

„Die Biologie der Wirtschaft ist ein bildgebendes, analytisch-diagnostisches Werkzeug“. Sie ist am Rande der klassischen verbalen Kommunikation angesiedelt, also dort wo es zunehmend unverständlich, undurchschaubar und ziemlich komplex wird, wo verbale Vereinfachungen nichts mehr bringen, weil dadurch der Sinn eingeschränkt oder gänzlich verloren geht.
Merken wir uns daher aus dieser Erstdefinition nur den Begriff „bildgebend“. Die Biologie der Wirtschaft eröffnet damit die...


...dritte Kommunikationsform,

…neben der schon zuvor erwähnten verbalen und der nonverbalen Kommunikation: sie „spricht“ in Bildern. Denn: „Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte“. Das ist aber nur eine ihrer zweifellosen Stärken. Trotzdem ist das gerade einmal ein Nebenschauplatz des Hauptthemas, faktisch ein Mittel zum Zweck.
  Bevor wir im Thema weitergehen, muss zuvor noch geklärt werden was alles in die Rubrik „Bild“ fällt, ein zweifellos sehr interessanter Überblick. Da gehört zu vorderst einmal die Emotion, die Mutter aller Visionen, - der inneren Bilder -, die durch Reflexionen heranwachsen und ihre innere Bedeutung erlangen, erwähnt.
  Als nächstes das Image, oder auch Vorstellungsvermögen genannt, das wir uns in jedem Augenblick unserer Existenz eigenmächtig aufbauen und verändern. Wie erscheinen wir in der Umwelt, unseren Mitmenschen? Wie sehen wir uns selbst?
Wie sehen wir andere?
  Natürlich gehört das „codierte Bild“ dazu, besser bekannt als Symbol. Unser Leben ist förmlich in Symbolen eingebettet. Interessanter Weise sind diese Informationen nur wenigen Menschen im umfassenden Sinn bewusst zugänglich1.
  Das Unterbewusstsein nimmt dagegen jedes Symbol um uns exakt wahr. Einige, relativ wenige Symbole verfolgen uns mehr oder minder bewusst jeden Tag: Sonne, Mond, Wasser, Blitz, Sterne, geometrische Formen, Hand, Fuß, Kopf und anderes mehr. Sehr viele Symbole erkennen wir kaum noch als solche obwohl sie brandneu wirken: die Piktogramme. Ebenso die politischen Symbole, die ideologisch besetzten Symbole. Weiters die missbräuchlich verwendeten Symbole der politischen Agitation und Propaganda.-
  Daneben zählt die Metapher zur Bildkommunikation, obwohl sie einen klaren Übergang zur verbalen Kommunikation darstellt: Bildmalerei in Worten. Nicht zuletzt steht das bildhafte Gleichnis, so wie wir das beispielsweise aus biblischen Texten, oder Fabeln kennen. Dabei werden aus ganz alltäglichen Situationen einzelne Episoden herausgenommen und mit einer anderen – aber zusammenhängenden –
Interpretation belegt. Die „Moral“ aus der Geschichte ist, im Regelfall, zeitloser Natur.

1 Symbole sind „bedeutungsvoll aufgeladene“ Bilder die nicht jede(r) erkennen kann oder soll. Zu diesem Zweck gab es früher die „Seher“. Deren Aufgabe lag darin den Kontakt zu diesem Symbol herzustellen und zu „sehen“, das heißt diese Information auszulösen oder zu interpretieren. Die Seher wurden später Propheten bezeichnet, was an der Aufgabenstellung und dem gesellschaftlichen Rang nichts änderte. Ein beispielhaftes Indiz findet sich ua. im 1. Buch Samuel 9,11, Altes Testament
 
1 Symbole sind „bedeutungsvoll aufgeladene“ Bilder die nicht jede(r) erkennen kann oder soll. Zu diesem Zweck gab es früher die „Seher“. Deren Aufgabe lag darin den Kontakt zu diesem Symbol herzustellen und zu „sehen“, das heißt diese Information auszulösen oder zu interpretieren. Die Seher wurden später Propheten bezeichnet, was an der Aufgabenstellung und dem gesellschaftlichen Rang nichts änderte. Ein beispielhaftes Indiz findet sich ua. im 1. Buch Samuel 9,11, Altes Testament

 

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